Das Dorf

Friedrichsrode befindet sich in Nordwestthüringen, ziemlich genau in der Mitte zwischen Nordhausen und Mühlhausen, beide sind ca. 25 km entfernt. Mit dem Auto fährt man, ob von Norden oder Süden, erst mal 7 km durch herrlichen Wald, der zu jeder Jahreszeit seinen eigenen Charakter hat. Dann, nach der letzten Kurve erscheint plötzlich ein kleines Dorf mit nicht viel mehr als 40 Fachwerkhäusern. Die Straßenfront steht unter Denkmalschutz und es gibt tatsächlich keine Häuser, die wesentlich jünger als 200 Jahre sind.

Aus welchen Gründen auch immer, es gibt in Friedrichsrode überdurchschnittlich viele Künstler. Da wohnen mehrere Maler, eine studierte Glasbläserin, eine Hobbyfotographin, deren exzellenten Fotos man aber gar nicht ansieht, dass Fotographieren nur ihr Hobby ist. Dann ist da noch der Musiker und selbst der ortsansässige Rechtsanwalt spielt intensiv Gitarre. Eine Frau betreibt – wenn auch in Mühlhausen – ein Cafe mit Galerie. Alle anderen sind mehr oder weniger Lebenskünstler.

Diese ungewöhnliche Konzentration von kreativen Menschen hat den Ort in den letzten 2 zweieinhalb Jahrzehnten geprägt. Auf Initiative des Graphikers Reiner Ende gründete sich ein Verein, der das alte Forsthaus übernahm und zu einem Kunsthof umbaute. Heute ist dieser Kunsthof Landschulheim und für seine kulturellen Aktivitäten weit bekannt. Besonders der jährlich am dritten Samstag im Juni stattfindende KUNSTMARKT macht aus Friedrichsrode einen Magneten, der an diesem Tag 6-8.000 Menschen anzieht. Und das bei einem Dorf von ca. 80 Einwohnern.